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Byung-Chul Han über die ent­fes­selte Arbeits­ge­sell­schaft, Bur­nout und Leis­tungs­ver­wei­ge­rung

"Das Leistungssubjekt, das sich in Freiheit wähnt, ist in Wirklichkeit gefesselt wie Prometheus."

Byung-Chul Han: MüdigkeitsgesellschaftWir ken­nen den mar­tia­li­schen Begriff von der „Leis­tungs­ge­sell­schaft“, einem Para­digma der moder­nen Indus­trie­ge­sell­schaft und der Moderne über­haupt. Wir ken­nen das Begriffs­paar von der „geschlos­se­nen Gesell­schaft und der „offe­nen Gesell­schaft“, an deren Impli­ka­tio­nen sich Karl Pop­per abar­bei­tete. Wir ken­nen den Begriff von der „Welt­ge­sell­schaft“ – eines sich im Zuge der Glo­ba­li­sie­rung und beson­ders der Ver­brei­tung des Inter­nets for­mie­ren­den welt­um­span­nen­den kul­tu­rel­len Para­dig­mas. Wir ken­nen den Begriff von der „Risi­ko­ge­sell­schaft“, den der Sozio­loge Ulrich Beck noch als Theo­rie ein­führte, ohne zu ahnen, dass er durch Tscher­no­byl bereits im sel­ben Jahr prak­ti­sche Anschau­lich­keit erhal­ten sollte. Auch unter dem Begriff „Trans­pa­renz­ge­sell­schaft“, der im Rhyth­mus von „Post Pri­vacy“ und „Über­wa­chungs­staat“ schwingt (und den Byung-Chul Han ebenfalls untersucht hat) kann man sich rela­tiv schnell etwas vor­stel­len.

Aber Müdigkeitsgesellschaft – was soll das sein? Auch die­ser Begriff stammt näm­lich von Byung-Chul Han, dem deut­schen Phi­lo­so­phen süd­ko­rea­ni­scher Her­kunft, der einst ent­schied, sein Stu­dium der Metall­ur­gie in Seoul für Hei­deg­gers Herz dran­zu­ge­ben. Nach dem Phi­lo­so­phie- und Theo­lo­gie-Stu­dium in Frei­burg und Mün­chen sowie der Habi­li­ta­tion 1994 in Basel blieb Han zunächst im Schutz der ale­man­ni­schen Pro­vinz und ent­fernte sich zwi­schen 2010 und 2012 nur bis ins ebenso beschau­li­che Karls­ruhe.

Byung-Chul Han (* 1959 in Seoul, Süd­ko­rea) ist ein deut­scher Autor mit korea­ni­schen Wur­zeln. Er arbei­tet als Pro­fes­sor für Phi­lo­so­phie und Kul­tur­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät der Künste Ber­lin.

Doch spä­tes­tens seit der Müdig­keits­ge­sell­schaft (2010) sowie der Trans­pa­renz­ge­sell­schaft (2012) und sei­nem Wech­sel an die Uni­ver­si­tät der Künste im gro­ßen Bie­nen­stock Ber­lin im Jahre 2012 ist es mit der pro­vin­zi­el­len Beschau­lich­keit vor­bei. Han eilt der Ruf eines außer­ge­wöhn­lich zeit­ge­mä­ßen Den­ker weit genug vor­aus, um ein ganz brei­tes Publi­kum zu errei­chen. Seine knap­pen Ana­ly­sen sind mas­sen­taug­lich, for­mal wie inhalt­lich. Wir alle sind betrof­fen.

Müdig­keits­ge­sell­schaft – ein wun­der­ba­rer Begriff. Kein „har­ter“ phi­lo­so­phi­scher Fach­ter­mi­nus, son­dern ein essay­is­ti­scher, manch­mal poe­ti­scher Ver­such, eines noch kaum begrif­fe­nen – weil viel zu aktu­el­len – Phä­no­mens Herr zu wer­den, ihm mit den Mit­teln der Mytho­lo­gie und der Arche­ty­pen bei­zu­kom­men. Han will nicht beleh­ren, son­dern berüh­ren und anrüh­ren. Man spürt die Kon­zen­tra­tion, den Mini­ma­lis­mus und zugleich das Mit­leid des Zen-Meis­ters. Was bedeu­tet Müdig­keits­ge­sell­schaft? Dass die Gesell­schaft selbst müde gewor­den ist? Eine abs­trakte Gesell­schafts­kri­tik also? Ein klei­nes „fin de siècle“-Buch, eine Musil’sche Kon­tem­pla­tion über kaum wahr­nehm­bare Luft­ver­än­de­run­gen? Oder bezeich­net sie die Gesell­schafts­form der müden Indi­vi­duen, der müden Sub­jekte der Leis­tungs­ge­sell­schaft? Die den Stress, dem sie durch die Zumu­tun­gen der Trans­pa­renz­ge­sell­schaft aus­ge­setzt sind, kaum bewäl­ti­gen kön­nen, es aber unaus­ge­setzt ver­su­chen (müs­sen) und die Krank­heit somit ver­schlep­pen: Ner­vo­si­tät, Bur­nout.

„Der Mythos des Pro­me­theus lässt sich zu einer Szene des […] heu­ti­gen Leis­tungs­sub­jekts umdeu­ten, das sich selbst Gewalt antut, das mit sich selbst Krieg führt. Das Leis­tungs­sub­jekt, das sich in Frei­heit wähnt, ist in Wirk­lich­keit gefes­selt wie Pro­me­theus. Der Adler, der an sei­ner stän­dig nach­wach­sen­den Leber frisst, ist sein Alter Ego, mit dem es Krieg führt. So gese­hen, ist das Ver­hält­nis von Pro­me­theus und Adler ein Selbst­ver­hält­nis, ein Ver­hält­nis der Selbst­aus­beu­tung.“

Das geschän­dete und stets nach­wach­sende Kör­per­or­gan steht somit sym­bol­haft für einen psy­chi­schen Teil des Leis­tungs­sub­jekts selbst, und zugleich – inso­fern es etwas Greif­ba­res, einen Stoff oder Roh­stoff, reprä­sen­tiert, steht es auch für die im Leis­tungs­sub­jekt gleich­sam Fleisch gewor­dene gesell­schaft­li­che Uto­pie (immer­wäh­ren­des Wachs­tum), die sich nie aus nai­vem Fort­schritts­glau­ben ent­wi­ckelte, son­dern immer unter der Fuch­tel der Macht stand. Die ein­zige Mög­lich­keit, kon­stan­tes Wachs­tum auf­recht­zu­er­hal­ten, ist kon­stante Zer­stö­rung, die aber von außen kom­men muss. Das Indi­vi­duum bleibt dabei immer gefes­selt. Somit bleibt auch im über­tra­ge­nen Sinne die Mög­lich­keit bestehen, dass ihm die unna­tür­li­che Exis­ten­zweise nicht natur­ei­gen, son­dern kul­tu­rell auf­ge­zwun­gen ist.

„Der Schmerz der an sich schmerz­lo­sen Leber ist die Müdig­keit. So wird Pro­me­theus als Sub­jekt der Selbst­aus­beu­tung von einer end­lo­sen Müdig­keit erfasst sein. Er ist die Urfi­gur der Müdig­keits­ge­sell­schaft.“

Der Adler reprä­sen­tiert nicht ein­fach nur das Alter Ego, das Spie­gel­bild des Sub­jekts, son­dern auch die Kehr­seite die­ser gesell­schaft­li­chen Uto­pie: ihre Schat­ten­seite, ihr Geheim­nis: dass sie näm­lich den Fort­schritt, das Wachs­tum, die Roh­stoffe, den Men­schen, immer­fort auf­frisst, sprich: nur die­sem einen Zweck die­nen lässt, dem Selbst­er­halt einer gesell­schaft­li­chen Uto­pie. Somit ist das Selbst­ver­hält­nis ein Dop­pel­tes: das Indi­vi­duum und die Gesell­schaft ver­hal­ten sich jeweils zu sich selbst und wech­sel­sei­tig.

„Die Gesell­schaft des 21. Jahr­hun­derts ist nicht mehr die [Fou­caults] Dis­zi­pli­nar­ge­sell­schaft [aus Spi­tä­lern, Irren­häu­sern, Gefäng­nis­sen, Kaser­nen und Fabri­ken], son­dern eine Leis­tungs­ge­sell­schaft [aus Fit­ness­stu­dios, Büro­tür­men, Ban­ken, Flug­hä­fen, Shop­ping Malls und Gen­la­bors]. Auch ihre Bewoh­ner hei­ßen nicht mehr Gehor­sams­sub­jekt, son­dern Leis­tungs­sub­jekt. Sie sind Unter­neh­mer ihrer selbst.“

Dies wird jedoch nicht vom Indi­vi­duum so gewünscht, son­dern vom „gesell­schaft­lich Unbe­wuss­ten“ trick­reich erzwun­gen, um wei­tere Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­run­gen des kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schafts­sys­tems zu ermög­li­chen. Das Dis­zi­pli­nar­sta­dium des „Du sollst“ tritt gleich­sam in den Hin­ter­grund und weicht dem „Du kannst“ („Yes we can!“). Es ent­steht Kon­ti­nui­tät:

„Das Leis­tungs­sub­jekt ist schnel­ler und pro­duk­ti­ver als das Gehor­sams­sub­jekt [… und es] bleibt dis­zi­pli­niert.“

His­to­risch-ana­ly­tisch kon­sta­tiert Han einen Para­dig­men­wech­sel, der sich weit­ge­hend unbe­ach­tet voll­zieht. „Die Gesell­schaft der Nega­ti­vi­tät weicht einer Gesell­schaft, die von einem Über­maß an Posi­ti­vi­tät beherrscht ist“, was Aus­druck in einer Reihe von neu­ro­na­len Erkran­kun­gen fin­det. Die „Leit­krank­heit“ des ver­gan­ge­nen, des bak­te­ri­el­len Zeit­al­ters, war eine Krank­heit der Abwehr von Gefahr und konnte durch „immu­no­lo­gi­sche Tech­nik“ und Anti­bio­tika ein­ge­dämmt wer­den. Sie wird abge­löst von der Leit­krank­heit des aktu­el­len, des neu­ro­na­len Zeit­al­ters.

Nicht mehr Viren und Bak­te­rien grei­fen das Indi­vi­duum an, son­dern das Indi­vi­duum erkrankt an sei­nem eige­nen, nicht aus­rei­chend wider­stands­fä­hi­gen Ner­ven­kos­tüm. ADHS, Bor­der­line und Bur­nout lau­ten die Dia­gno­sen.

„Sie sind keine Infek­tio­nen, son­dern Infarkte, die nicht durch die Nega­ti­vi­tät des immu­no­lo­gisch Ande­ren, son­dern durch ein Über­maß an Posi­ti­vi­tät bedingt sind. So ent­zie­hen sie sich jeder immu­no­lo­gi­schen Tech­nik, die dar­auf ange­legt ist, die Nega­ti­vi­tät des Frem­den abzu­weh­ren.“

„Die neu­ro­nale Gewalt geht nicht von einer sys­tem­frem­den Nega­ti­vi­tät aus. Sie ist viel­mehr eine sys­te­mi­sche, d.h. dem Sys­tem imma­nente Gewalt.“

Dabei geht die Zahl der „Ein­dring­linge“ kaum zurück, eher im Gegen­teil. Nur ihre Qua­li­tät hat sich geän­dert, ihre Beur­tei­lung, ihr sub­jek­ti­ves Gefähr­dungs­po­ten­zial. Es spricht für die poli­ti­sche Wach­heit von Han, wenn er bereits 2010 einen zen­tra­len Kon­flikt unse­rer Tage erkennt:

„Auch der soge­nannte ‚Ein­wan­de­rer‘ ist heute kein immu­no­lo­gisch Ande­rer, kein Frem­der im empha­ti­schen Sinne, von dem eine wirk­li­che Gefahr aus­ginge oder vor dem man Angst hätte. Ein­wan­de­rer oder Flücht­linge wer­den eher als Belas­tung denn Bedro­hung emp­fun­den. […] Das immu­no­lo­gi­sche Para­digma ver­trägt sich nicht mit dem Glo­ba­li­sie­rungs­pro­zess.“

Die Gewich­tung des Pro­blems stammt hier aller­dings aus der Zeit vor der neu­es­ten soge­nann­ten „Flücht­lings­krise“ ab 2015: Eine wie­der­erstarkte Min­der­heit in der Gesell­schaft emp­fin­det Ein­wan­de­rer eben doch als Bedro­hung und fällt unter dem Migra­ti­ons­druck zurück in die alten immu­no­lo­gi­schen Freund-Feind-Mus­ter, die Han so beschreibt:

„Das immu­no­lo­gisch Andere ist das Nega­tive, das in das Eigene ein­dringt und es zu negie­ren ver­sucht. Das Eigene geht an die­ser Nega­ti­vi­tät des Ande­ren zugrunde, wenn es sie sei­ner­seits nicht zu negie­ren ver­mag.“

Somit ist auch kaum ver­wun­der­lich, dass Abnei­gung oder Hass gegen­über Migran­ten sich in die­sem Teil der Gesell­schaft mit der Abnei­gung gegen­über dem Glo­ba­li­sie­rungs­pro­zess paa­ren. Das immu­no­lo­gi­sche Para­digma ver­trägt sich lei­der nur in der Theo­rie nicht mit dem Glo­ba­li­sie­rungs­pro­zess. In Pra­xis ver­mi­schen sich, gerade in unru­hi­gen Zei­ten, die schein­bar ant­ago­nis­ti­schen Sta­dien. Migra­tion als will­kom­me­ner „Trig­ger“ des nerv­lich her­un­ter­ge­kom­me­nen, über­for­der­ten Indi­vi­du­ums, als Erlaub­nis, sich in Schwarz-Weiß-Sche­mata ret­ten zu dür­fen. Die Het­zer in Medien und Poli­tik wis­sen natür­lich genau, mit wel­chem Gebräu sie den Durst der Ertrin­ken­den stil­len müs­sen.

Inter­es­sant ist auch die Par­al­lele zu einem Arche­ty­pus der Immu­no­lo­gie und einer Errun­gen­schaft im Kampf gegen Bak­te­rien und Viren:

„Auch die immu­no­lo­gi­sche Pro­phy­laxe, also die Imp­fung, folgt der Dia­lek­tik Nega­ti­vi­tät. Ins Eigene wer­den dabei nur Frag­mente des Ande­ren ein­ge­führt, um die Immun­re­ak­tion her­vor­zu­ru­fen. […] Man tut sich frei­wil­lig ein wenig Gewalt an, um sich vor einer viel grö­ße­ren Gewalt zu schüt­zen, die töd­lich wäre.“

Allein, die Angst vor dem Ande­ren wird para­do­xer­weise durch die Imp­fung nicht besei­tigt. Nur wenig hilft der Hin­weis, dass Migran­ten rein zah­len­mä­ßig keine „Gefahr“ dar­stel­len.

Was nun, wenn das Auf­neh­mende das Fremde und Anders­ar­tige gar nicht mehr als sol­ches iden­ti­fi­ziert, son­dern als Glei­ches will­kom­men heißt? „Das Glei­che führt nicht zur Bil­dung von Anti­kör­pern. In einem vom Glei­chen beherrsch­ten Sys­tem ist es nicht sinn­voll, die Abwehr­kräfte zu stär­ken.“ Han beschreibt eine nicht-immu­no­lo­gi­sche Abwehr­re­ak­tion: Sie „gilt dem Zuviel am Glei­chen, dem Über­maß an Posi­ti­vi­tät. […] Sie ist auch keine Aus­schlie­ßung.“ Im Gegen­satz dazu stürzt sich die „immu­no­lo­gi­sche Absto­ßung“ auch noch auf die kleinste Zelle an Ein­dring­lin­gen, ein­fach weil sie „anders“ und „fremd“ ist.

Vita activa vs. vita con­tem­pla­tiva

Das Über­maß an Posi­ti­vi­tät in der Leis­tungs­ge­sell­schaft „…ver­än­dert radi­kal die Struk­tur und Öko­no­mie der Auf­merk­sam­keit. Dadurch wird die Wahr­neh­mung frag­men­tiert und zer­streut“.

Auch in "Duft der Zeit" widmet sich Byung-Chul Han dem gehetzten "animal laborans" und den Gefahren einer verabsolutierten "vita activa".

Auch in „Duft der Zeit“ wid­met sich Byung-Chul Han dem gehetz­ten „ani­mal laborans“ und den Gefah­ren einer ver­ab­so­lu­tier­ten „vita activa“.

Mit Han­nah Arendt sieht Han – nicht ohne Wider­spruch gegen ihre Schluss­fol­ge­run­gen ein­zu­le­gen – im spät­mo­der­nen Men­schen ein „ani­mal laborans“ her­an­ge­reift, des­sen Tätig­keit (vita activa) zur blo­ßen Arbeit ver­kom­men und des­sen Den­ken (vita con­tem­pla­tiva) zum blo­ßen Mul­ti­tas­king her­ab­ge­sun­ken ist. Dem Leben ist jeg­li­che Tiefe genom­men, für die jene Art von „tie­fer Lan­ge­weile“ zuge­las­sen wer­den müsste, die Walter Benjamin so wunderbar allegorisierte: als „Traum­vo­gel, der das Ei der Erfah­rung aus­brü­tet“. Und als wär­men­des Tuch – nach außen hin grau wie der Schlaf, nach innen hin das glü­hend bunte Sei­den­fut­ter unse­rer Träume.

In sei­nen Anmer­kun­gen zitiert Han auch die wohl eigent­lich rich­tige Syn­these von vita activa und vita con­tem­pla­tiva, von Aktion und Kon­tem­pla­tion, von Akti­vi­tät und Lan­ge­weile. Weder der einen noch der ande­ren Seite sei mit dem Hei­li­gen Gre­gor (und im Unter­schied zu Arendt) der Vor­zug zu geben. Im gelin­gen­den Leben müss­ten beide sich gegen­sei­tig befruch­ten.

Heiliger Gregor ("der Große", 540-604) von Francisco de Zurbarán [Bild © Public Domain]

Man muss wis­sen: Wenn ein gutes Lebens­pro­gramm ver­langt, dass man vom täti­gen zum beschau­li­chen Leben über­geht, dann ist es oft nütz­lich, wenn die Seele vom beschau­li­chen Leben zum täti­gen zurück­kehrt, der­art, dass die im Her­zen ent­zün­dete Flamme der Beschau­ung der Tätig­keit ihre ganze Voll­kom­men­heit schenkt.

Papst Gre­gor I. („der Große“, 540 – 604)
(Öl auf Lein­wand von Fran­cisco de Zur­barán)

Seneca hätte ihm vermutlich beigepflichtet, viel­leicht nicht ohne einen Ein­wand zu machen. In sei­nen Reflek­tio­nen, wel­che Lebens­weise dem Über­druss am bes­ten ent­ge­gen­wirke und ein erfül­len­de­res Leben ver­spre­che, hatte er sich nicht rich­tig fest­ge­legt: das tätige Auf­ge­hen in bür­ger­li­chen Pflich­ten oder eine zurück­ge­zo­gene Exis­tenz als Den­ker und Schrift­stel­ler. Er mahnte zwar dazu, sich fest für einen die­ser Wege zu ent­schei­den und es bei einer ein­zi­gen Auf­gabe bewen­den zu las­sen. Doch auch in seine stoi­sche Vor­stel­lung vom täti­gem Leben spielte ein Ele­ment der Bedäch­tig­keit hin­ein. Und der Vor­stel­lung vom zurück­ge­zo­ge­nen Leben eines „Wei­sen“ gab er stets die Maß­gabe der all­ge­mei­nen Nütz­lich­keit sei­ner Erkennt­nisse an die Hand. In jedem Fall lehnte er sinn- und ziel­lo­sen „geschäf­ti­gen Müßig­gang“ ab.

Byung-Chul Han beschreibt eine Art per­ver­tier­ter vita activa. Die­ser Lebens­ent­wurf ist so radi­kal schäd­lich und wider die wahre mensch­li­che Natur, dass er sich wie von selbst auf den Bereich des Reli­giö­sen und der Teleo­lo­gie aus­dehnt. Von der Ner­vo­si­tät und Zer­streu­ung rührt somit auch eine neue radi­kale Ver­gäng­lich­keit her, vor weder der Glaube an einen Gott, ein Jen­seits, eine bestimmte Rea­li­tät oder auch nur an eine bestimmte Gat­tungs-Ratio­na­li­tät das Indi­vi­duum zu schüt­zen ver­mag: „Nichts ver­spricht Dauer und Bestand.“ Vor inne­rer Unruhe und auf­kei­men­der Todes­angst ver­sucht das spät­mo­derne Leis­tungs­sub­jekt wenigs­tens sei­nen Kör­per gesund zu erhal­ten. (Auch diese Art von Tätig­keit als reine Sorge um den Kör­per hatte Seneca recht abfäl­lig in Von der See­len­ruhe beschrie­ben.)

„Gerade auf das nackte, radi­kal ver­gäng­lich gewor­dene Leben reagiert man mit Hyper­ak­ti­vi­tät, mit der Hys­te­rie der Arbeit und Pro­duk­tion.“

Dem Phi­lo­so­phen Han drängt sich an die­ser Stelle natür­lich Nietz­sche auf. Die in die Sonne blinzelnden letzten Menschen, die sich bereits für Über­men­schen hal­ten (Also sprach Zara­thus­tra) bzw. die Täti­gen ohne jede höhere Tätig­keit, die in Wahr­heit umso fau­ler sind, je mehr sie zu tun haben und je flei­ßi­ger sie auf­tre­ten (Mensch­li­ches, All­zu­mensch­li­ches).

Englischer Titel: The Burnout Society

Eng­li­scher Titel: The Bur­nout Society

Tätig­keit ohne die Fähig­keit inne­zu­hal­ten, zu zögern, sei die Sache der Com­pu­ter, die bloß „rech­nen“ und autis­tisch das wider­ge­ben, was man in sie hin­ein­ge­tan hat. Sie sind ohne Aus­druck von Leben­dig­keit, ohne Lebens­atem und ohne mensch­li­che Kom­ple­xi­tät. Sie sind frei von jeg­li­cher „Anders­heit“. Sie sind radi­kal selbst­iden­tisch, radi­kal posi­ti­visch. Com­pu­ter sind für Han not­wen­di­ger­weise Arte­fakte des uns­ri­gen neu­ro­lo­gi­schen Zeit­al­ters.

So bleibt nur die Schluss­fol­ge­rung, das zu tun, was der Com­pu­ter nicht kann: Nein zu sagen, sich zu ent­zie­hen, sich in die Nega­ti­vi­tät der Kon­tem­pla­tion zurück­zu­zie­hen. Viel­leicht ist Ver­wei­ge­rung der ein­zig ver­blie­bene Aus­weg und der ein­zig ver­blie­bene Trost. Dan­kens­wer­ter­weise prä­sen­tiert uns Han gleich meh­rere Aus­wege – übri­gens alle­samt aus der Welt der Lite­ra­tur und nicht wie in Gute Unterhaltung (2006) aus dem Reich der Adorno´schen Kul­tur­kri­tik.

Zum einen die nega­tive Folge: ein Ende im Nichts, eine Dys­to­pie. Der Total­ver­wei­ge­rer Bart­leby des Her­man Mel­ville, der mit der Welt und dem Leben abge­schlos­sen hat („I pre­fer not to“) und – ganz immu­no­lo­gi­sches Zeit­al­ter und Dis­zi­pli­nar­ge­sell­schaft – in einer Anstalt endet. Zum ande­ren eine posi­tive Folge: ein Ende im Viel­leicht, eine Uto­pie. Peter Hand­kes Versuch über die Müdigkeit, in dem die­ser fest­stellt, wie wohl ihm eine aus Erschöp­fung und Über­an­stren­gung resul­tie­rende Müdig­keit der Seele eigent­lich tut. Es ist dies eine uto­pi­sche Müdig­keit, wel­che nicht nur die eige­nen Augen, son­dern auch die Her­zen der Mit­men­schen öff­nen kann, weil von ihr so offen­sicht­lich keine Gefahr aus­geht. Es ist die Müdig­keit der Abrüs­tung, der Freund­schaft und des tie­fen Atmens. Eine zutiefst öst­li­che, zen-bud­dhis­ti­sche Vor­stel­lung, zu der Han an ande­rer Stelle den Weg ebnet, in Philosophie des Zen-Buddhismus (2006) oder in Abwesen. Zur Kultur und Philosophie des Fernen Ostens (2007).

Einen ers­ten Hin­weis auf diese gut­mü­tige Moral gab Han bereits im Vor­wort von Müdigkeitsgesellschaft: Franz Kaf­kas Pro­me­theus-Erzäh­lung, in der es heißt: „Die Göt­ter wur­den müde, die Adler wur­den müde, die Wunde schloss sich müde“. Auch Han lässt sei­nen war­nen­den Essay im Opti­mis­mus der hei­len­den Müdig­keit aus­klin­gen:

„Sie ist jene Müdig­keit, die nicht von einer hem­mungs­lo­sen Auf­rüs­tung, son­dern von einer freund­li­chen Abrüs­tung des Ich her­rührt.“

Was er uns nicht ver­rät ist, wann und wie die Umstände für eine sol­che Fried­fer­tig­keit her­ge­stellt wer­den kön­nen. Die Zeit für eine freund­li­che Abrüs­tung des über­am­bi­tio­nier­ten Leis­tungs­sub­jekts scheint im Jahre 2017 noch nicht gekom­men, son­dern in weite Ferne gerückt. Bleibt nur – wenn über­haupt – zu hof­fen, dass wir uns als hoff­nungs­los lern­re­sis­tente und hem­mungs­los wach­sende Art wenigs­tens auf einen Kul­mi­na­ti­ons­punkt zube­we­gen. Viel­leicht wächst ja dort, wo Gefahr ist, wirk­lich das Ret­tende auch.

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Wei­tere Hin­weise

Der wun­der­bare essay­is­ti­sche Doku­men­tar­film Müdigkeitsgesellschaft: Byung-Chul Han in Seoul/Berlin von Isa­bella Gresser wurde beim Ach­tung Ber­lin Fes­ti­val 2015 mit dem Preis der öku­me­ni­schen Jury prä­miert und erhielt auf dem Fes­ti­val des deut­schen Films 2015 eine beson­dere Aus­zeich­nung für das Gesamt­kunst­werk.

Wer sein eige­nes Ich abrüs­ten und wie­der zu mehr Fried­fer­tig­keit fin­den möchte, muss – das ist nach Erich Fromm eine Binsenweisheit – sich mit Haut und Haar dem Leben und dem Erle­ben aus­set­zen, see­len­ru­hig bei der Beob­ach­tung ver­wei­len und Sin­nes­ein­drü­cke nicht vor­schnell bewer­ten oder gar nach Kos­ten-Nut­zen-Erwä­gun­gen aus­wer­ten. Es ent­behrt nicht einer gewis­sen Iro­nie: Wer weni­ger Ich-zen­triert sein will, muss dem (wah­ren) Ich wie­der Vor­rang vor dem Über-Ich ver­schaf­fen.

Bereits vor 170 Jah­ren ent­wi­ckelte Karl Marx sein Menschenbild, das vom Mit­leid mit dem ent­frem­de­ten Men­schen der Moderne geprägt war, der inmit­ten sei­ner öko­no­mi­schen Zwänge das große huma­nis­ti­sche Lebens­ideal der eige­nen Selbst­ver­wirk­li­chung ver­feh­len muss.

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Peter Levis archäo­lo­gi­scher Rei­se­be­richt über ein unzer­stör­tes Afgha­ni­stan gegen Ende der 1960er Jahre

Auf der Fernstraße der Erzengel, im himmlischen Theater, im Garten des Lichts

Im Jahre 1969 reiste ein klas­sisch gebil­de­ter und archäo­lo­gisch inter­es­sier­ter Jesuit namens Peter Levi (1931 – 2000), zwei Jahre vor sei­nem 40. Geburts­tag nach Afgha­ni­stan. Er wollte die offe­nen und ver­bor­ge­nen Geheim­nisse des graeco-bud­dhis­ti­schen Erbes die­ses Lan­des ent­de­cken, das immer schon ein Sehn­suchts­ort für Durch­rei­sende wie für Archäo­lo­gen gewe­sen war. Seit Alex­an­der dem Gro­ßen hat­ten unzäh­lige Herr­scher, Armeen, Händ­ler und Mön­che auf den afgha­ni­schen Rou­ten der legen­dä­ren Sei­den­straße ihre Spu­ren hin­ter­las­sen, selbst­ver­ständ­lich auch Peter Levis auf­fäl­ligste Zeit­ge­nos­sen – Hasch rau­chende west­li­che Jugend­li­che auf ihrem Hip­pie Trail ins ver­hei­ßene Nepal und Nord­in­dien. Ent­facht wor­den war Levis Neu­gier durch die „selt­same Geschichte einer grie­chi­schen Stätte in einem so ent­le­ge­nen Teil des Erd­balls“. Paul Ber­nard, jener fran­zö­si­sche For­scher, unter des­sen Lei­tung Ay Kha­noum, das legen­däre Alex­an­dria am Oxus, zwi­schen 1964 und 1978 aus dem afgha­ni­schen Sand gegra­ben wurde, hatte diese Geschichte in einer Vor­le­sung an der Uni­ver­si­tät Oxford erzählt, die auch Peter Levi besuchte.

Peter Chad Tigar Levi (* 16. Mai 1931 in Rui­slip, Midd­le­sex, Eng­land; † 1. Februar 2000 in Framp­ton-on-Severn) war ein eng­li­scher Dich­ter, Schrift­stel­ler, Kri­ti­ker und Archäo­loge. Er gehörte lange Jahre dem Jesui­ten­or­den an und war Pro­fes­sor an der Oxford Uni­ver­sity.

Afgha­ni­stan prä­sen­tierte sich Peter Levi und sei­nem Rei­se­be­glei­ter, dem damals noch unbe­kann­ten Bruce Chat­win, in vol­ler Blüte. Die Spät­phase des König­reichs erschien trotz dunk­ler Vor­zei­chen als eini­ger­ma­ßen gute Peri­ode. Das Land war noch nicht von Krieg und Bür­ger­krieg in den Abgrund des 20. Jahr­hun­derts gesto­ßen wor­den, son­dern hatte sich – genau im Gegen­teil – gerade aus dem Abgrund des 19. Jahr­hun­derts befreit. Der Neu-Brite in Peter Levi (seine Eltern waren von Istan­bul nach Eng­land aus­ge­wan­dert) inter­es­sierte sich auch für die jün­gere Geschichte die­ses stra­te­gisch so wich­ti­gen wie berüch­tig­ten Gebie­tes am Rande des indi­schen „Kron­ju­wels des bri­ti­schen Empi­res“, das von den Bri­ten wie von den Rus­sen als idea­ler Vor­pos­ten in ihrem „Great Game“ um die Schätze Zen­tral­asi­ens betrach­tet wurde. Den­noch war sich der His­to­ri­ker und exzel­lente Beob­ach­ter Levi mit­ten in der zwei­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts bewusst, dass die Geschichte Afgha­ni­stans dunkle Wen­dun­gen würde neh­men kön­nen. Wie er schreibt, lag das Unheil einer Inva­sion schon um 1970 in der Luft.

Der rei­sende Grenz­gän­ger Peter Levi war neu­gie­rig auf ein Land, das in so vie­ler­lei Hin­sicht „am Rande“ liegt: am Rande des höchs­ten und unwirt­lichs­ten Gebir­ges der Welt, am Rande des anti­ken Welt­wis­sens wie auch der mit­tel­al­ter­li­chen Welt­scheibe, am Rande des hin­du­is­tisch-bud­dhis­ti­schen wie auch des isla­mi­schen Kul­tur­krei­ses, am Rande der Welt­ge­schichte. Grie­chisch-make­do­ni­sche Gene­räle, chi­ne­sisch-bud­dhis­ti­sche Mön­che, mon­go­li­sche Rei­ter­herr­scher, bri­ti­sche Infan­te­ris­ten – sie alle waren einst Durch­rei­sende und argo­nau­ti­sche Grenz­gän­ger an die­sen Rand der Welt. Und sie alle erkann­ten in ihrer Zeit, dass der Rand in Wahr­heit zugleich eine der bedeu­tends­ten Kreu­zun­gen der Welt­ge­schichte dar­stellt: grie­chi­sches Abend­land und isla­mi­sches Mor­gen­land im Wes­ten, Mon­go­len und Rus­sen im Nor­den, Tibet und chi­ne­si­sche Kai­ser­rei­che im Osten, indi­sche Moguln im Süden.

Peter Levi in Afghanistan, mit Turban auf einem Pferd reitend.

Peter Levi in Afgha­ni­stan, mit Tur­ban auf einem Pferd rei­tend.

Peter Levis Rei­se­be­richt ent­stand neun Jahre vor der sowje­ti­schen Inva­sion, deren Fol­gen Afgha­ni­stan ver­än­dert haben wie kaum ein ande­res Land, und ist damit – zusam­men mit Foto­gra­fien aus Bruce Chat­wins Archiv und einem neuen Vor­wort, in dem Levi Jahre spä­ter auf die Reise zurück­blickt – ein Kleinod unter den Rei­se­be­rich­ten. Weni­ger anhand von Levis klas­si­schem Vor­wis­sen, sei­ner aus­ge­wo­ge­nen his­to­ri­schen Spe­ku­la­tio­nen oder sei­ner archäo­lo­gi­schen Beob­ach­tungs­gabe bemisst sich die Qua­li­tät die­ses Buches, son­dern anhand der Ver­knüp­fung all die­ser Vor­züge mit sei­nem schar­fen Blick auf den aktu­el­len Zustand des Lan­des und sei­ner Bevöl­ke­rung, mit den ebenso detail­rei­chen wie bei­läu­fi­gen Skiz­zen von Land­schaf­ten, Städ­ten und Gebäu­den, und mit den ein­ge­streu­ten Anek­do­ten einer auch logis­tisch nicht immer ein­fa­chen Reise.

Bei alle­dem ist die poe­ti­sche Schlag­seite der stets fak­ten­ge­sät­tig­ten Rei­se­prosa nicht für jeden etwas. Die Lek­türe zwingt zum Mit­den­ken (und Mit­rei­sen). Der Autor Levi suchte selbst nach einem roten Faden und steckte gedank­lich in man­nig­fal­ti­ger Lek­türe (neben den bekann­ten Abhand­lun­gen über Afgha­ni­stan las er zu jener Zeit die Rei­se­be­richte des japa­ni­schen Haiku-Meis­ters Matsuo Bashō und außer­dem Horaz). Neben­her ver­suchte er, Per­sisch zu ler­nen. Afgha­ni­stan erschien ihm bei aller Fas­zi­na­tion „als archäo­lo­gi­sches Gebilde beson­ders unbe­frie­di­gend“ (wenn auch alles andere als uner­gie­big). So beginnt Peter Levi sein Vor­wort gleich mit der eige­nen Irri­ta­tion und Zwei­feln bezüg­lich der lite­ra­ri­schen Form und der Länge sei­nes Berichts, die ihn noch lange nach der Reise ver­folg­ten:

Als ich in Kabul ein­traf, war ich mir noch nicht sicher, was für eine Art von Buch ich schrei­ben würde; ich wusste, dass es ein archäo­lo­gi­sches sein und von einer Reise han­deln würde, doch wie soll man in einem ein­zi­gen Buch so viele Fra­gen beant­wor­ten?

Seine Viel­sei­tig­keit jeden­falls, die ange­sichts der Fülle ver­füg­ba­rer kunst­his­to­ri­scher und his­to­ri­scher Ent­de­ckun­gen und Erkennt­nisse manch­mal in einen gewis­sen Eklek­ti­zis­mus und auch Dilet­tan­tis­mus gera­dezu abglei­ten musste, beglei­tete Levi zeit­le­bens, woraus er nicht nur selbst keinen Hehl machte, son­dern wahr­schein­lich sehr viel Kraft schöpfte. Peter Levi hatte seine klas­si­sche aka­de­mi­sche Aus­bil­dung in Oxford erhal­ten, wo er spä­ter, in den acht­zi­ger Jah­ren, zum Pro­fes­sor für Poe­sie beru­fen und zeit­weise gar als Kan­di­dat für hohe Lyrik-Preise gehan­delt wurde. Sein Oeu­vre umfasst daher neben den Rei­se­be­rich­ten unter ande­rem auch zahl­rei­che poe­ti­sche Werke, Bio­gra­fien, Über­set­zun­gen, eine Geschichte der grie­chi­schen Lite­ra­tur, sogar ein paar Romane und eine frühe Auto­bio­gra­fie (The Flu­tes of Autumn, 1983). Peter Levi starb im Jahre 2000 in Glouces­ter­shire.

Antike Zitadelle von Herat <div class='copyright'></div>Bild © Public Domain<div class='copyright'></div>

Antike Zita­delle von Herat

Im Garten des Lichts suchte Levi nach den Spu­ren, die Händ­ler, Pil­ger und Erobe­rer aus allen Him­mels­rich­tun­gen seit Urzei­ten ent­lang der hoch gele­ge­nen Pass­stra­ßen und Täler Afgha­ni­stans hin­ter­las­sen haben. Die Spu­ren­su­che gelingt ihm mit schwung­vol­lem Pin­sel­strich und einer ele­gan­ten und etwas iro­ni­schen, gelehr­ten Spra­che mit vie­len inter­es­san­ten Fuß­no­ten. Die Basare und das von Alex­an­der begrün­dete Kas­tell in Herat, die brül­lende Hitze und den Dro­gen­han­del von Kan­da­har, die Far­ben der Berge hin­ter Kabul und des­sen stin­kende Alt­stadt, his­to­ri­sche Stein­hau­fen, Mönchs­höh­len und Rie­sen-Bud­dhas in Bami­yan, Män­ner, die in einem Café eine Wach­tel quä­len, Män­ner, die gemein­sam sin­gen, Män­ner, die Waf­fen zum Schutz vor Staub in geblümte Tücher hül­len, schnap­pende Pferde und lebens­ge­fähr­lich aggres­sive Noma­den-Hunde, beschwer­li­che Tages­aus­flüge ohne ver­läss­li­ches Kar­ten­ma­te­rial und ohne ver­läss­li­che Zeit­an­ga­ben der Ein­hei­mi­schen, Apri­ko­sen­haine, Kamele, Jahr­märkte, Mina­rette, die weni­gen unbe­fan­ge­nen Frauen – all das beschreibt Levi mit einer bei­läu­fi­gen, leicht­hän­di­gen Ein­dring­lich­keit, dass es eine Freude ist, ihm über die Schul­ter zu schauen. Zum Bei­spiel in Kan­da­har:

An jenem Tag war das Was­ser in der Was­ser­fla­sche neben mei­nem Bett so heiß wie Tee, und das Metall des Bett­ge­stells war zu heiß um es anzu­fas­sen. […] Am Abend gab es eine schwa­che, neb­lige Kühle in der Luft, und wir pro­bier­ten aus, wel­che Wir­kung ein Spa­zier­gang haben würde. Wir gin­gen in die Fel­der unter­halb der Stadt, vor­bei an stin­ken­den Tüm­peln von schwar­zem Was­ser, in denen Kin­der schwam­men, und wir begeg­ne­ten einem Jun­gen von acht Jah­ren mit einem Fal­ken auf dem Hand­ge­lenk. […] In einer ande­ren Straße sahen wir ein Wolfs­jun­ges an einer Schnur. […] Ich glaube, der Feld­weg, dem wir da folg­ten, ent­sprach der anti­ken Straße, und war das der Fall, dann muss Alex­an­der sie genom­men haben. Der Him­mel über Alt-Kan­da­har war limo­nen­gelb; die Sonne ver­schwand mit einem Zischen, wie rot­glü­hen­des Eisen in Was­ser; wir gin­gen mit etwa dem­sel­ben Geräusch ins Bett.

Noma­den­völ­ker waren zu jener Zeit das Lieb­lings­thema von Levis Rei­se­be­glei­tung Bruce Chat­win, über das sie sich wäh­rend der Reise gewiss viel unter­hal­ten haben. Ein roter Faden des Buches ist daher ein noma­disch irr­lich­tern­des Erkennt­nis­in­ter­esse, das bei­den Rei­sen­den ganz offen­sicht­lich im Blut lag. Die­sen Geist des Umher­schwei­fens ent­deckt man aber auch in Levis his­to­risch exak­ten, immer mit Jah­res­zah­len ver­se­he­nen Betrach­tun­gen der viel­ge­stal­ti­gen Epo­chen von Per­sern, Grie­chen, Par­thern, Hun­nen, Mon­go­len, Moguln, Bri­ten und Rus­sen. Alle diese Herr­scher und ihre Gefolge erschei­nen ganz plas­tisch, enzy­klo­pä­disch, mit allen ver­füg­ba­ren Spu­ren, die sie in die­sem frem­den Land hin­ter­las­sen haben. Spu­ren, die oft nur mit größ­ter Mühe an die Ober­flä­che gezerrt wer­den kön­nen, wenn über­haupt. Ganz offen­bar gab es viel zu viele Durch­rei­sende und viel zu viel Zer­stö­rung und Bil­der­sturm auf die­sem Gebiet, um ein „archäo­lo­gisch befrie­di­gen­des Gebilde“ abzu­ge­ben. Am Bei­spiel der uralten, von Dschin­gis Khan völ­lig zer­fetz­ten Metro­pole Balkh, in der schon Zara­thus­tra gewirkt hatte:

Balkh war lange vor der Zeit Alex­an­ders und vor der Zeit des Per­ser­rei­ches eine große Stadt. […] aus­schlag­ge­bend ist die Tat­sa­che, dass Balkh nicht so sehr eine Fes­tung als viel­mehr eine Han­dels­stadt war, die auf­grund ihrer Lage, ihrer Was­ser­läufe und Frucht­bar­keit und der Rou­ten, die sich hier tref­fen, eine ein­ma­lige Begeg­nungs­stätte von Völ­kern und Kul­tu­ren war. Aber ach, sie bringt auch die Archäo­lo­gen zur Ver­zweif­lung. Keine Aus­gra­bung von Balkh hat je die grie­chi­sche Stadt zutage geför­dert. Man muss sehr tiefe Gru­ben aus­he­ben, und die fül­len sich sofort mit Was­ser und müs­sen aus­ge­pumpt und tro­cken­ge­legt wer­den.

Für die ein­zige sichere archäo­lo­gi­sche Methode einer voll­stän­di­gen Aus­gra­bung des rie­si­gen Kom­ple­xes fehlt, wie Levi ver­mu­tet, das Geld und viel­leicht auch Talent. Er ver­gleicht das Unter­fan­gen mit der „ame­ri­ka­ni­schen Aus­gra­bung der Agora von Athen, die bereits seit fünf­zig Jah­ren im Gang ist“.

Wir gin­gen zusam­men um die Mau­ern herum und beschränk­ten uns auf immer tie­fe­res Schwei­gen. Die innere Stadt muss ein­ein­halb Kilo­me­ter Durch­mes­ser gehabt haben, es gibt Stein­hau­fen am Boden und natür­lich ein chao­ti­sches Über­maß an Kera­mik­scher­ben.

Antike griechische Stadt Ay Khanoum am Oxus (Amu Darya) <div class='copyright'></div>Bild © Public Domain<div class='copyright'></div>

Antike grie­chi­sche Stadt Ay Kha­noum am Oxus (Amu Darya)

Ähn­lich beein­druckt ist Levi von den zahl­rei­chen ande­ren Aus­gra­bungs­stät­ten im Nor­den Afgha­ni­stans und schließ­lich dem Haupt­ziel sei­ner gan­zen Reise, der schwer zugäng­li­chen – weil im Grenz­land zur Sowjet­union (heute Tadschi­ki­stan) lie­gen­den – grie­chisch-bak­tri­schen Stätte Ay Khanoum, ver­mut­lich das antike Alex­an­dria am Oxus: eine hel­le­nis­ti­sche Polis, kom­plett mit Thea­ter und Gym­na­sion, Vor­stadt sowie Akro­po­lis – am äußers­ten nord­öst­li­chen Rand des alex­an­dri­ni­schen Erobe­rungs­feld­zugs. Levi schreibt:

Es ist die ein­zige grie­chi­sche Stadt in Zen­tral­asien, die je wis­sen­schaft­lich aus­ge­gra­ben wurde; sie ent­hält Ant­wor­ten auf alte Fra­gen und die Anfänge neuer. Ihr zen­tra­les Gebäude ist ein ambi­tio­nier­ter hel­le­nis­ti­scher Palast der Epo­che der Seleu­ki­den mit eini­gen wich­ti­gen per­si­schen Ele­men­ten […]. Das Hel­den­mo­nu­ment außer­halb vor den Palast­to­ren, das älter als die Palast­an­lage ist, wurde durch die Gra­bung eines Tun­nels auf­ge­bro­chen; und drei sei­ner vier Grä­ber waren aus­ge­raubt. In jün­ge­rer Zeit stan­den ein paar Hüt­ten auf dem ver­las­se­nen Gelände, und die Usbe­ken nutz­ten es, um dort Zelt­la­ger zu errich­ten.

Mosaik aus Ay Khanoum <div class='copyright'></div>Bild © Paul Bernard, Public Domain<div class='copyright'></div>

Mosaik aus Ay Kha­noum

Durch die Gleich­zei­tig­keit von Betrach­tung der archäo­lo­gi­schen Stät­ten, gedank­li­cher Rekon­struk­tion und Hin­ein­ver­set­zen in längst ver­bli­chene Zeu­gen („Könnte es Kle­ar­chos, der Schü­ler des Aris­to­te­les, gewe­sen sein, der dafür ver­ant­wort­lich war?“) und vom Ver­fas­sen des eige­nen Rei­se­be­richts – in Ver­bin­dung mit der aus west­li­cher Per­spek­tive geschil­der­ten Rück­stän­dig­keit und Ursprüng­lich­keit des Lan­des – fällt es Peter Levi leicht, seine Meta­mor­pho­sen von Alex­an­der dem Gro­ßen, Muham­mad Babur oder auch einem bri­ti­schen Gene­ral auf den Leser zu über­tra­gen. So könnte der­selbe ein­fa­che usbe­ki­sche Nomade, mit dem Levi gerade sprach, ebenso gut einem Sol­da­ten in der Armee Alex­an­ders begeg­net, und der Stein am Fuße der Bala His­sar in Kabul, auf den Peter Levi gerade trat, ebenso gut von einem Sol­da­ten Bab­urs los­ge­tre­ten wor­den sein. Die eigene kurze Erkran­kung und wie er erschöpft hal­lu­zi­nie­rend fast vom Pferd fällt, beschreibt Levi genauso bei­läu­fig wie das Fie­ber des bri­ti­schen Gene­rals Fre­de­rick Roberts, der 1880, nach der ver­lo­re­nen Schlacht von Mai­wand, seine Trup­pen zu einem drei­wö­chi­gen Gewalt­marsch von Kabul aus in die Schlacht von Kan­da­har peitschte.

Alles pas­siert zugleich. Traum und Wirk­lich­keit, Gele­se­nes und Erleb­tes, Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart schlin­gen sich in den Gedan­ken des Betrach­ters in- und umein­an­der und ver­schwim­men – nein, über­kreu­zen sich mit der Sze­ne­rie, den Far­ben, Gerü­chen und Geräu­schen, den Tie­ren und Men­schen, den Stra­ßen und Häu­sern. Den Titel sei­nes Buchs fand Levi übri­gens an einer der vie­len „selt­sa­men Stät­ten“, mit denen Afgha­ni­stan auf­war­tet, näm­lich am Grab des Moguls Babur (1483−1530), der über ganz Indien herrschte und sich den­noch in sei­nem gelieb­ten Kabul beer­di­gen ließ – auf einer Anhöhe, in einem zum Him­mel geöff­ne­ten Grab. Seine Nach­kom­men bau­ten auf dem Hügel natür­lich eine Moschee und brach­ten eine Inschrift an, die den Herr­scher als „Angel King“ bezeich­nete, und seine Ruhe­stätte als „high­way of arch­an­gels“, „thea­tre of hea­ven“ und „light gar­den“.

Die­ses Afgha­ni­stan, diese „Fern­straße der Erz­engel“, die­ses „himm­li­sche Thea­ter“ und die­ser „Garten des Lichts“, des­sen Mau­er­reste und Schutt­hau­fen Levi und Chat­win besich­tig­ten, ist längst ver­schwun­den. Aber auch von dem Afgha­ni­stan, das sie im Jahre 1969 sahen, ist heute nicht mehr viel übrig. Vier­zig Jahre Inva­sion, Krieg, Bür­ger­krieg und reli­giö­ser Fana­tis­mus haben tiefe Wun­den geris­sen. Ein Grund mehr, die­ses Land am sprich­wört­li­chen Schei­de­weg, an einer der Kreu­zun­gen der Welt­ge­schichte, aufs Neue zu ent­de­cken.

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Klas­si­ker der Afgha­ni­stan­reise

Peter Levi emp­fahl die Klas­si­ker der Rei­se­li­te­ra­tur über Afgha­ni­stan:

Nancy Dupree
Nancy Hatch Dupree: An historical guide to Afghanistan

Nancy Hatch Dupree: An His­to­ri­cal Guide to Afgha­ni­stan

Natür­lich kannte auch Peter Levi die Arbei­ten von Nancy Hatch Dupree (1927 – 2017), die sich beson­ders um das archäo­lo­gi­sche Erbe und das Muse­ums­we­sen Afgha­ni­stans ver­dient gemacht hat. Zu ihren Ver­öf­fent­li­chun­gen gehö­ren ihr His­to­ri­cal Guide to Kabul (1965), ihr welt­weit ers­ter Rei­se­füh­rer zu den Rie­sen-Bud­dhas von Bamiyan (1967), sowie der Historical Guide to Afghanistan (1977). Auch Hatch Duprees eigene Lebens­ge­schichte lohnt einer genaue­ren Betrach­tung, zumal sie wäh­rend der sowje­ti­schen Inva­sion, wäh­rend des afgha­ni­schen Bür­ger­kriegs und wäh­rend der Gewalt­herr­schaft der Tali­ban nicht etwa in die USA zurück­kehrte, son­dern in einem Flücht­lings­la­ger in Pescha­war lebte – der­sel­ben Stadt, in der Osama bin Laden seine Basis (al-Qaeda) auf­baute. Von dort orga­ni­sierte Dupree die Ret­tung eines beträcht­li­chen Teils des afgha­ni­schen Kul­tur­er­bes vor dem siche­ren Unter­gang. Ihr Bericht über die Plün­de­rung des Kabul Natio­nal Museum aus dem Jahre 1998 fin­det sich hier: https://archive.archaeology.org/online/features/afghan/.

Matsuo Bashō

Peter Levi las etwa zur Zeit sei­ner Reise den japa­ni­schen Haiku-Meis­ter Matsuo Bashō (1644 – 1694). Wohl kaum ein ande­res Stück Lite­ra­tur gibt den Geist, in dem Levi beob­ach­tete und schrieb, bes­ser wie­der, als der Beginn von Bas­hōs Rei­se­ta­ge­buch Auf schmalen Pfaden ins Hinterland (1689):

‚Sonne und Mond, Tage und Monate ver­wei­len nur kurz als Gäste ewi­ger Zei­ten‘, und so ist es mit den Jah­ren auch: sie gehen und kom­men, sind stets auf Rei­sen. Nicht anders ergeht es den Men­schen, die ihr gan­zes Leben auf Boo­ten dahin­schau­keln las­sen, oder jenen, die mit ihren am Zügel geführ­ten Pfer­den dem Alter ent­ge­gen­zie­hen: tag­täg­lich unter­wegs, machen sie das Rei­sen zu ihrem stän­di­gen Auf­ent­halt. Viele Dich­ter, die vor uns leb­ten, star­ben bereits auf der Wan­der­schaft. Meine Gedan­ken hören den­noch nicht auf, wohl ange­regt durch den Wind, der die Wol­ken­fet­zen jagt, um das stete Getrie­ben­wer­den zu schwei­fen – ich weiß schon gar nicht mehr von wel­chem Jahr an.

Moderne Rei­se­be­richte

Wer etwas moder­nere Rei­se­be­richte über Afgha­ni­stan lesen möchte, wende sich zum Bei­spiel an Rory Ste­wart (The Places in Between, dt.: So weit die Knie tragen), der nur ein Jahr nach der US-Inva­sion im Jahre 2001 auf einem Fuß­marsch durch ein von Isla­mis­mus und Krieg völ­lig zer­stör­tes Afgha­ni­stan sein Schick­sal her­aus­for­derte und dabei auf die Hilfe der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung rech­nen konnte.

Wer es pop­mu­si­ka­lisch leicht mag, folgt Rory MacLean auf sei­nem Trip ent­lang des Hip­pie Trails von Istan­bul durch den Iran und Afgha­ni­stan bis nach Indien: Magic Bus (2006). Kapi­tel 14 bis 19 han­deln von Afgha­ni­stan.

Christian Frei: The Giant Buddhas

Chris­tian Frei: The Giant Bud­dhas

Wer es sur­real mag, sieht sich den Film Reise nach Kandahar von Mohsen Makhmalbaf über das repres­sive Régime der Tali­ban an, der kurz vor den Anschlä­gen vom 11. Sep­tem­ber bei den Inter­na­tio­na­len Film­fest­spie­len in Can­nes gezeigt wurde.

Die afgha­nisch-kana­di­sche Schrift­stel­le­rin Nelofer Pazira, Prot­ago­nis­tin und Haupt­dar­stel­le­rin aus Reise nach Kan­da­har, drehte im Jahre 2003 die Folge-Doku­men­ta­tion Return to Kandahar.

Nelo­fer Pazira ist auch Bestand­teil von Christian Freis über­ra­gen­dem Doku­men­tar­film The Giant Buddhas (dt.: Im Tal der großen Buddhas) über die Bud­dha-Sta­tuen von Bami­yan und deren Zer­stö­rung im März 2001 durch die Tali­ban (unter Mit­hilfe von bin Ladens Spreng­meis­tern).

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