Braintertainment | Über Braintertainment
Braintertainment ist eine Sammlung kultureller Anregungen, Wissens-Archäologie und essayistisches Lektüre-Archiv. Wir stellen die folgenden Fragen: Welche Ideen lassen uns einen Sinn im Leben erblicken und helfen uns, bessere Entscheidungen zu treffen? Welche Erkenntnisse zeigen uns, wie diese Gesellschaft und die Welt wirklich funktionieren?
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Über uns 2

Brain­ter­tain­ment ist Ency­clo­pé­die 2.0 – ein wer­be­freies Kul­tur-Blog­zine und essay­is­ti­sches Lek­türe-Archiv mit wöchent­li­chem News­let­ter & Pod­cast – eine ste­tig wach­sende Samm­lung kul­tu­rel­ler Anre­gun­gen, eine Wis­sens-Archäo­lo­gie und eine Schule des Lebens. Wir gra­ben tief in der Geschichte des Den­kens und der Lite­ra­tur. Wir legen alte, manch­mal ver­schüt­tete Infor­ma­ti­ons­stränge wie­der frei. Vie­les wurde bereits gesagt, aber das heißt nicht, dass es nicht wert sein kann, wie­der und wie­der gesagt zu wer­den. Man­ches muss neu inter­pre­tiert und an die Bedürf­nisse einer neuen Zeit ange­passt wer­den.

Phi­lo­so­phi­sche Ein­ord­nung

Wir ver­su­chen heute in einer Zeit zu leben, in der per­ma­nent Koor­di­na­ten ver­scho­ben, Glau­bens­sätze wider­legt und Tabus gebro­chen wer­den. Die mensch­li­che Gesell­schaft ist aber immer noch ein auf­klä­re­ri­sches Pro­jekt. Unsere Gegen­wart wird beherrscht von der Zukunft, vom unbe­ding­ten Wil­len zum Fort­schritt. Doch für den mensch­li­chen Fort­schritt braucht die Mensch­heit intel­li­gente und krea­tive Indi­vi­duen. Die Grund­la­gen von Intel­li­genz und Krea­ti­vi­tät aber sind Wis­sen und Weis­heit, und für Wis­sen und Weis­heit benö­tigt unser mensch­li­ches Gehirn Infor­ma­tio­nen und Ori­en­tie­rung.

Wir haben bahn­bre­chende Vor­aus­set­zun­gen für die­sen Fort­schritt geschaf­fen: Infor­ma­tio­nen sind all­ge­gen­wär­tig. Wir ver­sin­ken in ihnen. Mit dem Inter­net errei­chen uns unend­li­che viele Daten, frei Haus, bei­nahe kos­ten­los. Wir lesen Nach­rich­ten, Tweets, Sta­tus-Updates, Wiki­pe­dia-Ein­träge. Nie­mand redet mehr vom glo­ba­len Dorf, weil es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit gewor­den ist. Das Welt­wis­sen liegt uns zu Füßen. Aber wie steht es mit der Ori­en­tie­rung? Wer­den wir zu intel­li­gen­te­ren und krea­ti­ve­ren Men­schen? Erfül­len wir die Anfor­de­run­gen der Auf­klä­rung: an allem zu zwei­feln und uns – auch gegen Wider­stände – immer unse­res eige­nen Ver­stan­des zu bedie­nen? Kön­nen Infor­ma­tio­nen allein uns Ori­en­tie­rung bie­ten? Kön­nen sie Weis­heit ein­fach erset­zen?

Die Ant­wort lau­tet natür­lich: Nein. Von der Infor­ma­tion zum Wis­sen, zur Ori­en­tie­rung und zur Weis­heit ist es ein lan­ger Weg. Vor allem muss man ihn aber beschrei­ten.

Weis­heit in der Wis­sens­ge­sell­schaft

Brain­ter­tain­ment lei­ten daher die fol­gen­den Fra­gen: Wel­che Ideen las­sen uns einen Sinn im Leben erbli­cken und hel­fen uns, bes­sere Ent­schei­dun­gen zu tref­fen? Wel­che Erkennt­nisse zei­gen uns, wie diese Gesell­schaft und die Welt wirk­lich funk­tio­nie­ren?

Die Infor­ma­ti­ons­flut wird wei­ter anwach­sen. Ohne Ori­en­tie­rung wer­den wir in ihr ertrin­ken. Digi­ta­li­sie­rung, Ver­net­zung und Auto­ma­ti­sie­rung wer­den das Leben der Men­schen auf die­sem Pla­ne­ten auf den Kopf stel­len. Bei­nahe alles steht zur Dis­po­si­tion. Von mensch­li­cher Arbeit bis hin zu mensch­li­cher Ethik wird alles neu defi­niert. Auch aus die­sem Grund sind wir hof­fent­lich noch recht­zei­tig auf dem Weg von der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft in die Wis­sens­ge­sell­schaft. In Zukunft wird es immer weni­ger auf reine Infor­ma­tio­nen ankom­men, als immer mehr auf deren Inter­pre­ta­tion, Ein­ord­nung und Gewich­tung. Wenn wir rea­lis­tisch (und am Leben) blei­ben wol­len, müs­sen wir wie­der idea­lis­ti­scher wer­den und Mut haben, uns einen eige­nen Reim auf die Dinge zu machen.

Ideen und Erkennt­nisse ste­hen vor einem Come­back.

Viel­leicht kehrt irgend­wann sogar die Weis­heit zurück.

Vor­bild Ency­clo­pé­die
Erste Seite der Encyclopädie von Diderot und D'Alembert [© Public Domain]

Erste Seite der Ency­clo­pä­die von Dide­rot und D’Alembert
[© Public Domain]

Die Ency­clo­pé­die ou Dic­tionn­aire rai­sonné des sci­en­ces, des arts et des métiers (Enzy­klo­pä­die oder kri­ti­sches Wör­ter­buch der Wis­sen­schaf­ten, Künste und Hand­werke) war die wohl berühm­teste frühe Enzy­klo­pä­die in einem moder­nen Sinn. Sie ent­stand unter der Her­aus­ge­ber­schaft von Denis Dide­rot und Jean Bap­tiste le Rond d’Alembert, unter den teils wid­ri­gen Bedin­gun­gen des Ancien régime in Frank­reich. Der erste Band erschien im Jahr 1751. 1780 wurde die Reihe mit dem 35. und letz­ten Band abge­schlos­sen. Mit ihren über 70.000 teils umfas­send erläu­ter­ten und reich bebil­der­ten Ein­trä­gen ist sie eines der Haupt­werke der Auf­klä­rung.

Bemer­kens­wert sind auch die strikte Aus­rich­tung der Ency­clo­pé­die an Maß­ga­ben der Ver­nunft und kri­ti­schen Hin­ter­frag­bar­keit, aber auch an sol­chen der Gleich­be­rech­ti­gung aller Men­schen unab­hän­gig von Stand oder Klasse, sowie der Kri­tik an Reli­gion, Kir­che, Staat und Macht.

Tat­säch­lich zielt eine Enzy­klo­pä­die dar­auf ab, die auf der Erd­ober­flä­che ver­streu­ten Kennt­nisse zu sam­meln, das all­ge­meine Sys­tem die­ser Kennt­nisse den Men­schen dar­zu­le­gen, mit denen wir zusam­men­le­ben, und es den nach uns kom­men­den Men­schen zu über­lie­fern, damit die Arbeit der ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derte nicht nutz­los für die kom­men­den Jahr­hun­derte gewe­sen sei; damit unsere Enkel nicht nur gebil­de­ter, son­dern zugleich tugend­haf­ter und glück­li­cher wer­den, und damit wir nicht ster­ben, ohne uns um die Mensch­heit ver­dient gemacht zu haben. – Denis Dide­rot, 1751


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