Braintertainment | Gewissens-Mystiker und romantischer Demokrat - Hermann Hesses politische Schriften
"Unbrauchbar zu bleiben für den Anspruch der Macht, ist auch ein Engagement; Abstand von dem, was andere für Politik ausgeben, auch eine politische Haltung.“ meinte Adolf Muschg in seiner Besprechung von Hermann Hesses politischen Schriften, die in einer zweibändigen Edition des Suhrkamp-Verlags vorliegen und erstmals in Hesses 100. Geburtsjahr 1977 erschienen.
Hermann Hesse, Politik des Gewissens, Die politischen Schriften
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Die poli­ti­schen Schrif­ten des Gewis­sens-Mys­ti­kers und roman­ti­schen Demo­kra­ten Her­mann Hesse

"Die echten Künstler und Dichter werdet ihr daran erkennen, dass sie einen unbändigen Drang nach Unabhängigkeit haben und sofort zu arbeiten aufhören, wenn man sie zwingen will, die Arbeit anders als allein nach dem eigenen Gewissen zu machen. "

Hermann Hesse Politische SchriftenUnbrauch­bar zu blei­ben für den Anspruch der Macht, ist auch ein Enga­ge­ment; Abstand von dem, was andere für Poli­tik aus­ge­ben, auch eine poli­ti­sche Hal­tung. So Adolf Muschg in sei­ner Bespre­chung von Her­mann Hes­ses poli­ti­schen Schrif­ten, die in einer zweibändigen Edition des Suhrkamp-Verlags vor­lie­gen und erst­mals in Hes­ses 100. Geburts­jahr 1977 erschie­nen. Her­mann Hesse (1877 – 1962) war zeit­le­bens unbrauch­bar für die Macht und die Mäch­ti­gen, aber zugleich in höchs­tem Maße enga­giert. Er hielt Abstand zu allem, was als Poli­tik aus­ge­ge­ben wurde, pflegte aber eine dezi­diert poli­ti­sche Hal­tung.

Teile des ers­ten Ban­des – der die Jahre von 1914 – 1932 umfasst – sind eine Art poli­ti­sches Pro­pä­deu­ti­kum. Seit etwa 1896 las Her­mann Hesse regel­mä­ßig die Zeit­schrift „Sim­pli­cis­si­mus“ und knüpfte ab etwa 1905 Kon­takte zu des­sen Redak­ti­ons­mit­glie­dern. Aus­ge­rech­net wäh­rend einer der größ­ten poli­ti­schen Kata­stro­phen der Neu­zeit, in den Jah­ren des Ers­ten Welt­kriegs, ver­ar­bei­tete er sein poli­ti­sches Erwa­chen in Tage­buch­ein­trä­gen und Brie­fen, schärfte seine poli­ti­sche Auf­fas­sungs­gabe und suchte nach einer pas­sen­den Spra­che für sei­nen unge­bun­den-indi­vi­dua­lis­ti­schen, mys­tisch-spri­tu­el­len und roman­ti­schen Cha­rak­ter.

Hermann Hesse (* 2. Juli 1877 in Calw; † 9. August 1962 in Montagnola, Schweiz), war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler. 1946 erhielt er den Nobelpreis für Literatur und 1954 den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste.

Her­mann Hesse (* 2. Juli 1877 in Calw; † 9. August 1962 in Mon­ta­gnola, Schweiz), war ein deutsch-schwei­ze­ri­scher Schrift­stel­ler, Dich­ter und Maler. 1946 erhielt er den Nobel­preis für Lite­ra­tur und 1954 den Orden Pour le Mérite für Wis­sen­schaf­ten und Künste.

Wenn die Euro­päer tat­säch­lich, wie Christopher Clark meint, wie Schlaf­wand­ler in den ers­ten Welt­krieg stol­per­ten, so lässt sich das auf eine gewisse Weise auch am Bei­spiel Her­mann Hes­ses zei­gen. Der bewer­tete die Ereig­nisse ab der Julikrise 1914 aus sei­nem siche­rem Abstand in der Schweiz viel zu läs­sig und non­cha­lant, wenn auch mit gro­ßer inne­rer Anteil­nahme. In sei­nen Brie­fen und Noti­zen spie­gelt sich vage Betrüb­nis über die „ver­spä­tete Nation“ Deutsch­land, die – wie Hesse bemerkt – nie eine rich­tige demo­kra­ti­sche Revo­lu­tion voll­zo­gen hat und daher im Orches­ter der Welt­mächte nur schiefe Töne zu spie­len ver­mag. Erste düs­tere Vor­ah­nun­gen schlei­chen sich in den All­tag.

Natür­lich kann man das lebens­lange sub­jek­tive Außen­sei­ter­schick­sal des hoch­sen­si­blen, stark intro­ver­tier­ten Schrift­stel­lers nicht ver­ges­sen, das sich seit sei­nen schock­ar­ti­gen Jugend­er­leb­nis­sen mit elter­li­chem und staat­li­chem Zwang abge­zeich­net hatte. Der patrio­ti­sche Aus­bruch im „August­er­leb­nis“, die Trun­ken­heit der Volks­mas­sen, die Begeis­te­rung für einen Krieg, das Gebrüll von einer „gro­ßen Zeit“ – all das musste dem freund­li­chen Ein­zel­gän­ger instink­tiv zuwi­der­lau­fen. Den­noch – der junge Hesse ist Kos­mo­po­lit und Patriot zugleich. Ein Welt­krieg war auch für ihn die größt­mög­li­che Her­aus­for­de­rung. Daher sind gele­gent­li­che gedank­li­che Inkon­sis­ten­zen kaum zu über­le­sen.

Seit lan­gem wusste ich, dass es kei­nes­wegs die Ver­nunft ist, die die prak­ti­sche Welt regiert, aber die Bru­ta­li­tät des Krie­ges und das fast völ­lige Ver­sa­gen der ver­nünf­tig-fried­li­chen Kul­tur­kräfte ist doch über­aus trau­rig.

Die mora­li­schen Werte des Krie­ges schätze ich im Gan­zen sehr hoch ein. Aus dem blö­den Kapi­ta­lis­ten­frie­den her­aus­ge­ris­sen zu wer­den tat vie­len gut, grade auch Deutsch­land […].

Viel lie­ber als der Krieg ist mir das nor­male Leben der Her­den­men­schen auch nicht […].

Die Mei­nung, dass die­ser Krieg etwas Herr­li­ches und sogar Hei­li­ges sei, kann ich nicht tei­len.

Über den Krieg sel­ber aber mich zu freuen, ihn herr­lich zu fin­den, mir von ihm eine gol­dene Zukunft zu ver­spre­chen, ist mir nicht mög­lich.

Hermann Hesse im Jahr 1929

Her­mann Hesse im Jahr 1929

Der­ar­tige Such­be­we­gun­gen des Künst­lers wer­den nach dem ers­ten Welt­krieg rasch sel­te­ner. Spä­ter, im zwei­ten Band der poli­ti­schen Schrif­ten, der die Jahre von 1933 bis zu Hes­ses Tod 1962 umfasst, begeg­net uns längst der poli­tisch gereifte, meis­ter­haft skep­ti­sche Beob­ach­ter; Hes­ses eige­nem Ide­al­bild eines „dao­is­ti­schen Wei­sen“ nach­ei­fernd, der sich von kei­nem ein­zi­gen schril­len Ton in einer an schril­len Tönen über­rei­chen Zeit täu­schen lässt. Der sich durch nichts und nie­man­den von einer gele­gent­lich als stör­risch und eigen­bröt­le­risch gegei­ßel­ten Manier abbrin­gen lässt. Der gerade aus bös­wil­li­gen Anfein­dun­gen und Ver­leum­dun­gen sei­nes Namens und sei­ner Werke trot­zig neue Kraft schöpft. Der nicht mehr über die wah­ren Zusam­men­hänge von Wirt­schaft, Gesell­schaft, Poli­tik und Krieg irrt. Der die Kata­stro­phe des zwei­ten Welt­kriegs frü­her als andere her­auf­zie­hen sieht. Der aber auch nicht mehr sein gan­zes Den­ken von Bit­ter­keit über die Zustände beherr­schen und sich von der schrift­stel­le­ri­schen Arbeit abbrin­gen lässt.

Diese innere Ruhe musste Hesse sich hart erkämp­fen und sei­ner Seele abrin­gen. Der Rück­zug in die Schweiz war Teil einer Stra­te­gie, die­ses Ziel zu errei­chen. In vie­len Tage­buch­ein­trä­gen und Brie­fen wies er dar­auf hin, dass ihn, was die lite­ra­ri­sche Arbeit angeht, in Zei­ten poli­ti­scher Kri­sen eine Art von Läh­mung befiel. Ein Zustand inner­li­chen Auf­ge­wühltseins, in dem an Schrei­ben nicht zu den­ken war. Nicht zufäl­lig mehr­ten sich in sol­chen schwie­ri­gen Jah­ren seine Äuße­run­gen zum poli­ti­schen Gesche­hen. Als habe aus­ge­rech­net ihn, den Lieb­ha­ber fern­öst­li­cher Weis­heit, der berühmte chi­ne­si­sche Fluch getrof­fen: „Mögest du in inter­es­san­ten Zei­ten leben“. Im Juli 1933 schreibt Hesse:

[…] seit jener Zeit vor 12 Jah­ren […] habe ich kein Tage­buch mehr geführt, und wenn ich jetzt wie­der das Bedürf­nis zu ähn­li­chen Noti­zen habe, so kommt es wohl vor allem von der sehr ähn­li­chen Situa­tion: einer gro­ßen Sto­ckung in mei­ner Pro­duk­tion.

So ist ein Haupt­thema in Hes­ses poli­ti­schen Schrif­ten, neben dem Lei­den an der „ver­spä­te­ten Nation“ Deutsch­land, auch die Recht­fer­ti­gung einer rela­tiv abge­kap­sel­ten „vita contemplativa“, einem zurück­ge­zo­ge­nen Leben, einem geis­ti­gen Leben im Unter­schied zum Mate­ria­lis­mus, einem phi­lo­so­phi­schen Leben im Unter­schied zum Popu­lis­mus. Muße bedeu­tete für ihn dabei kei­nen Selbst­zweck, son­dern Schwung­ho­len für ein halb öffent­li­ches, halb pri­va­tis­ti­sches Enga­ge­ment – sei es für die Ber­ner Gefan­ge­nen­für­sorge wäh­rend des ers­ten Welt­kriegs, für publi­zis­ti­sche Akti­vi­tä­ten oder für viel­fäl­tige Brief­kor­re­spon­den­zen.

Als Recht­fer­ti­gung sei­nes zurück­ge­zo­ge­nen Lebens­stils und inne­ren Emi­gra­tion diente Hesse nicht ein­fach der objek­tiv schlechte Zustand der Welt, son­dern ein bestimm­tes Men­schen­bild und Künst­ler­ideal. Seine Hal­tung ent­spannte sich zwi­schen einer fast gren­zen­lo­sen Huma­ni­tät einer­seits, und einem radi­kal pes­si­mis­ti­schen Blick auf die Geschichte ande­rer­seits. Eine Hal­tung, die nie­mals ein­zelne Men­schen­schick­sale gegen die Geschichte abwä­gen würde, und die daher jeg­li­che Par­tei­lich­keit und Ver­ein­nah­mung ver­bie­tet.

[…] denn bekannt­lich hat im Zei­chen der Poli­tik und Par­tei der Mensch keine Ver­pflich­tung mehr zu mensch­li­chen, son­dern nur noch zu par­tei­li­chen und krie­ge­ri­schen Gefüh­len und Metho­den.

Mit Wör­tern wie „Denk­art aller Geis­ti­gen“ oder auch „Olig­ar­chie der Geis­tigs­ten“ klnigt Platons Ideal von den Philosophenkönigen an. Aller­dings sind für Hesse die Grund­über­zeu­gun­gen unab­hän­gi­ger künst­le­ri­scher Geis­ter „der Denk­art der Poli­ti­ker, der Gene­räle und ‚Füh­rer‘ genau ent­ge­gen­ge­setzt“. Seine kate­go­ri­sche Absage an die Macht und die Mäch­ti­gen bleibt bestehen, ganz dem Kant´schen Prinzip gemäß, dass der Mensch immer auch Selbst­zweck sein muss und nie bloß Mit­tel zum Zweck sein darf.

Sie wer­den aber ver­geb­lich einen Füh­rer zu die­ser Denk­art suchen, da kei­ner von uns den Ehr­geiz oder auch nur die Mög­lich­keit hat, „Füh­rer“ zu sein. Wir hal­ten vom Füh­ren nicht viel, vom Die­nen alles. Wir pfle­gen vor allen ande­ren Tugen­den die Ehr­furcht, aber wir brin­gen diese Ehr­furcht nicht Per­so­nen dar.

Der Dich­ter ist weder etwas Bes­se­res, noch etwas Gerin­ge­res als der Minis­ter, als der Inge­nieur, als der Volks­red­ner, aber er ist etwas voll­kom­men ande­res als sie.

Die ech­ten Künst­ler und Dich­ter wer­det ihr […] daran erken­nen, dass sie einen unbän­di­gen Drang nach Unab­hän­gig­keit haben und sofort zu arbei­ten auf­hö­ren, wenn man sie zwin­gen will, die Arbeit anders als allein nach dem eige­nen Gewis­sen zu machen. Sie wer­den weder für Zucker­brot noch für hohe Ämter käuf­lich sein und sich lie­ber tot­schla­gen als miss­brau­chen las­sen. Daran wer­det ihr sie erken­nen kön­nen.

Diese „Denk­art aller Geis­ti­gen“ als mensch­li­che Hal­tung ist für Hesse so uni­ver­sal und urwüch­sig, dass sie auch voll­kom­men ohne Vor­den­ker aus­käme und ohne Füh­rer, Leh­rer, Schu­len, Kanons und Vor­bil­der ihre Bah­nen in der Mensch­heits­ge­schichte zie­hen würde. Hesse spricht von einer „anony­men Brü­der­schaft“. Er selbst begreift sich als ler­nen­den Schü­ler die­ser inne­ren Hal­tung. Dass diese Hal­tung weni­ger der welt­li­chen als viel­mehr der spi­ri­tu­el­len Sphäre ent­stammt, erscheint Hesse als selbst­ver­ständ­lich:

Sie steht wun­der­bar genau […] aus­ge­drückt in den Evan­ge­lien, in den Sprü­chen der chi­ne­si­schen Wei­sen, vor allem des Kon­fu­zius und des Lao Tse und den Fabeln des Dschuang Dsi, in eini­gen indi­schen Lehr­ge­dich­ten wie der Bha­ga­vad-Gita. Heim­lich geht diese Denk­art durch die Lite­ra­tur aller Völ­ker.

Das, was Jesus das Reich Got­tes, was die Chi­ne­sen Tao nen­nen, ist nicht ein Vater­land, dem auf Kos­ten ande­rer Vater­län­der gedient wer­den soll. Es ist die Ahnung vom Gan­zen der Welt, samt allen ihren Wider­sprü­chen, ist die Ahnung von der gehei­men Ein­heit alles Lebens.

Hermann Hesse im Jahr der Verleihung des Nobelpreises 1946

Her­mann Hesse im Jahr der Ver­lei­hung des Nobel­prei­ses 1946

Diese „Ahnung vom Gan­zen der Welt“ und das Ideal von Brü­der­lich­keit füh­ren natur­ge­mäß zu einer Ableh­nung des Natio­nen­be­griffs und viel mehr noch zu einer Ableh­nung jeg­li­chen Natio­nal­stol­zes oder gar natio­na­len Über­le­gen­heits­ge­fühls. Auch Hes­ses eigene über­na­tio­nale Her­kunft – der Vater war Deutsch-Balte, die Mut­ter Fran­zö­sisch-Schwei­ze­rin – spielte bei der Aus­for­mung die­ses Welt­bür­ger­geis­tes eine Rolle. Von Beginn sei­ner schrift­stel­le­ri­schen Tätig­keit an – und das ist Teil sei­ner Unbe­stech­lich­keit – umwehte Hesse ein inter­na­tio­na­lis­ti­scher, pan­eu­ro­päi­scher Geist. Mit vie­len pazi­fis­ti­schen Freun­den wie dem fran­zö­si­schen Schrift­stel­ler Romain Rolland und der wie Hesse zeit­weise in die Schweiz gezo­ge­nen Annette Kolb; mit den vie­len deut­schen Emi­gran­ten wäh­rend des Drit­ten Reichs (dar­un­ter Tho­mas Mann und bei­der Ver­le­ger Gott­fried Ber­mann Fischer) hielt Hesse per­sön­li­chen und brief­li­chen Kon­takt. Noch viel mehr Men­schen schrie­ben ihm nach Mon­ta­gnola oder such­ten ihn dort auf.

Wenn Freunde und Brü­der sich über Nacht in feind­li­chen Lagern gegen­über­stan­den, wenn Men­schen aus ihrer Hei­mat ver­trie­ben wur­den, beob­ach­tete Hesse den Wahn­sinn und sorgte sich um diese Men­schen, sorgte sich auch immer schon um die schwie­rige Zeit des Auf­räu­mens nach dem Ende der poli­ti­schen Vaban­que­spiele.

Lächer­lich sind übri­gens die eif­ri­gen Ver­su­che aller Natio­nen, sich rein­zu­wa­schen und die Schuld am Kriege ein­an­der in die Schuhe zu schie­ben, lau­ter rein for­male Ver­su­che, deren kei­ner impo­niert, auch die deut­schen nicht.

Noch immer fällt es schwer, für eine Stunde den Krieg wirk­lich zu ver­ges­sen. […] Die Mauer von Hass und blö­dem Natio­nal­ei­fer, hin­ter der wir nun leben sol­len, wird jedem höher und fei­ner Leben­den als­bald uner­träg­lich wer­den; unsre Arbeit für viele Jahre wird sein, diese über Nacht ent­stan­dene Mauer lang­sam und müh­sam wie­der abzu­tra­gen.

Wir müs­sen nach­her so bald als mög­lich mit Eng­land und Frank­reich bes­ser Freund wer­den als vor­her, das scheint mir für die Zukunft unent­behr­lich, und das wäre ohne den Krieg bes­ser gegan­gen.

Beson­ders deut­lich brachte Hesse diese Gesin­nung in sei­nem Auf­ruf an die deut­schen Intel­lek­tu­el­len „O Freunde, nicht diese Töne!“ in der Neuen Zür­cher Zei­tung vom 03.11.1914 zum Aus­druck:

Krieg wird noch lange sein, er wird viel­leicht immer sein. Den­noch ist die Über­win­dung des Krie­ges nach wie vor unser edels­tes Ziel und die letzte Kon­se­quenz abend­län­disch-christ­li­cher Gesit­tung. Der For­scher, der das Mit­tel gegen eine Seu­che sucht, wird seine Arbeit nicht weg­wer­fen, wenn eine neue Epi­de­mie ihn über­rascht. Noch viel weni­ger wird „Friede auf Erden“ und Freund­schaft unter den Men­schen, die eines guten Wil­lens sind, jemals auf­hö­ren, unser höchs­tes Ideal zu sein.

In Zei­ten, in denen das Indi­vi­duum nichts und die Gemein­schaft alles zählt, in denen blin­der Gehor­sam, trun­ke­ner Natio­nal­ei­fer und über­stei­ger­ter Ego­is­mus der eige­nen Gruppe herr­schen; in sol­chen Zei­ten die natür­li­chen Rechte und Eigen­hei­ten des Indi­vi­du­ums zu ver­tei­di­gen, ohne es auch vor der Bar­ba­rei der Geschichte schüt­zen zu kön­nen; trotz der toben­den Kämpfe für eine freundliche Abrüstung des Ichs zu plädieren – das ist auch eine Form des Wider­stands.

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