Braintertainment | Hat der Mensch noch Zeit, Mensch zu sein?
Eine Bestandsaufnahme der Arbeits- und Lebensbedingungen in den reichen Ländern dieser Welt. Haben wir noch Zeit, Mensch zu sein? Eine Fortsetzung der von Erich Fromm in Haben oder Sein beschriebenen Zustände in einer rein gewinnorientierten Gesellschaft.
From Business to Being, Burnout, Kapitalismus, Leistungsgesellschaft, Neoliberalismus, Selbstausbeutung, Buddhismus, Meditation, MBSR, Jon Kabat-Zinn
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Ein Film über die Leis­tungs­ge­sell­schaft und Beleg dafür, dass Medi­ta­tion und Mind­ful­ness zwar Lin­de­rung ver­schaf­fen, aber unser eigent­li­ches Pro­blem nicht lösen

„Hat der Mensch noch Zeit, Mensch zu sein?“

From Business to Being (Film)Fast 90 Mil­lio­nen Arbeits­un­fä­hig­keits­tage wegen psy­chi­scher und psy­cho­so­ma­ti­scher Erkran­kun­gen wur­den in Deutsch­land seit 2015 regis­triert – ein Anstieg um mehr als 97 Pro­zent in nur 10 Jah­ren. Die Dun­kel­zif­fer dürfte noch weit höher lie­gen. Geschätz­ter volks­wirt­schaft­li­cher Scha­den: 26 Mil­li­ar­den Euro. Mit die­sen Daten beginnt der Film From Business to Being (2017) seine Bestands­auf­nahme der Lebens- und vor allem der Arbeits­be­din­gun­gen in den rei­chen Län­dern die­ser Welt. Man kann den Film auch als Fort­set­zung der von Erich Fromm in Haben oder Sein beschrie­be­nen Zustände in einer rein gewinn­ori­en­tier­ten Gesell­schaft betrach­ten.

Viele Unter­neh­men tref­fen aktiv Ent­schei­dun­gen, die gegen das Wohl und die Gesund­heit ihrer Mit­ar­bei­ter gerich­tet sind. Beschleu­ni­gung vs. Ent­schleu­ni­gung, Nicht­acht­sam­keit vs. Acht­sam­keit, Kurz­fris­tig­keit vs. Lang­fris­tig­keit, Ell­bo­gen­men­ta­li­tät vs. Mit­ge­fühl – der gesell­schaft­li­che Kon­flikt fin­det über­all in unse­rer Mitte, bei den Eltern, bei den Kin­dern, beim Nach­barn statt. Die „Arbeits­welt“ – also eine Sphäre, die frü­her ein­mal wohl­fahrts­staat­li­chen Impe­ra­ti­ven unter­wor­fen war (Sozi­al­bin­dung des Eigen­tums) – ist einem uner­bitt­li­chen „Arbeits­kampf“ in den zur Expan­sion gezwun­ge­nen Kon­zer­nen gewi­chen. Eigen­tum dient nur noch dem Eigen­tum selbst.

Fol­ge­rich­tig wird der ein­zelne Mensch in die­sem Sys­tem ohne Gnade kon­di­tio­niert. Es herr­schen Zucker­brot und Peit­sche. Freie Men­schen pro­gram­mie­ren sich unter dem per­ma­nen­ten Druck frei­wil­lig zu Leis­tungs­sub­jek­ten um und inter­na­li­sie­ren eif­rig alle ange­bo­te­nen Leis­tungs­zwänge. Schließ­lich geben sie ihre Zwänge an die nächste Genera­tion wei­ter und erhö­hen als „Heli­ko­pter-Eltern“ den Druck auf ihren Nach­wuchs. Jeder soll an die Uni, pro­mo­vie­ren und der Beste sein. Als „Aus­schuss­ware“ ent­wi­ckeln sich inner­lich aus­ge­brannte, elende Gestal­ten, die ihre Leis­tungs­be­reit­schaft nur noch wie einen Ava­tar vor sich selbst her­tra­gen, was im Grunde einer Ver­lo­gen­heit gleich­kommt, mit der sie lang­fris­tig ihre Gesund­heit und ihr Pri­vat­le­ben zer­stö­ren.

Wie kam es zu die­sem Kon­kur­renz­kampf und die­ser „Jeder-gegen-Jeden“-Mentalität? Das ist doch eine selt­same Per­ver­tie­rung.

Der Film beklagt das Ver­schwin­den des tat­säch­lich wert­vol­len Men­schen hin­ter sei­nem fik­ti­ven öko­no­mi­schen Wert. Einer der inter­view­ten Betrof­fe­nen stellt die ent­schei­dende Frage:

Hat der Mensch noch Zeit, Mensch zu sein?

Mit der eige­nen Iden­ti­tät ver­schwin­det auch die Begeis­te­rung aus dem Leben des Leis­tungs­sub­jekts. Das Wort Begeis­te­rung ent­hält von der Wur­zel her den all­ge­mei­nen Bezug zur Spi­ri­tua­li­tät (lat. spi­ri­tus, spi­ri­tus sanc­tus ist der Hei­lige Geist), spe­zi­ell zur im Chris­ten­tum so wich­ti­gen Inspi­ra­tion (lat. Inspi­ra­tio, nach der die Bibel gött­lich inspi­riert, divini­tus inspi­rata, sei), sowie zum im Bud­dhis­mus so wich­ti­gen Atmen (lat. respi­rare). Aus dem Alt­grie­chi­schen hat sich mit dem Begriff Psy­che noch eine Neben­be­deu­tung die­ses Geis­tes (altgr. pneuma, nous bzw. psy­che) bis in unsere Zeit erhal­ten.

Es sind die Kenn­zei­chen der idea­lis­tisch ange­leg­ten vita con­tem­pla­tiva – Spi­ri­tua­li­tät, Inspi­ra­tion, Psy­che, Ruhe und Freude – die dem Men­schen eigent­lich ange­bo­ren sind. Zumin­dest in den ers­ten Lebens­jah­ren wer­den sie sogar aktiv geför­dert. Immer frü­her jedoch erfolgt der Ein­tritt in die Leis­tungs­ge­sell­schaft und es beginnt die lang­same Umer­zie­hung zur mate­ri­ell ange­leg­ten, völlig falsch verstandenen vita activa. Schließ­lich wer­den die geis­ti­gen Gaben durch die unge­bremste kör­per­li­che Tätig­keit des „ani­mal laborans“ im Hams­ter­rad durch­ein­an­der­ge­wir­belt, gera­ten zur Fas­sade und gehen ver­lo­ren.

Doch es geschieht noch etwas ande­res. Das Leis­tungs­sub­jekt passt seine eigene Fas­sade der glän­zen­den Fas­sade des Unter­neh­mens, der Behörde, des Ver­eins, der Welt an. Das Sub­jekt sonnt sich nar­ziss­tisch im Glanz sei­ner Objekte, es ver­schmilzt mit ihnen. Nach außen hin ist man „stolz“ auf „sein“ Unter­neh­men. Sub­jekte und Objekte wer­den mit der Zeit immer undurch­dring­li­cher und opa­ker für eine abneh­mende Zahl an wirk­lich begeis­ter­ten Men­schen. Seins-Men­schen kom­men mit den Haben-Men­schen nicht mehr klar, was den Aus­le­se­pro­zess ver­stärkt. Den Arbeit­ge­bern, den Fir­men, dem Arbeits­markt ins­ge­samt und der gan­zen Gesell­schaft kom­men die Begeis­ter­ten, die Inspi­rier­ten abhan­den – und damit auch die eigene Iden­ti­tät. Krea­ti­vi­tät und höhere Schaf­fens­ebe­nen wer­den blo­ckiert. Letzt­end­lich wacht man in einer Welt der ver­füh­re­ri­schen Auto­ma­ti­sie­rung, der gefühl- und instinkt­lo­sen Auto­ma­ten auf.

Pier Carlo Padoan, ita­lie­ni­scher Wirt­schafts- und Finanz­mi­nis­ter und ehe­ma­li­ger Chef-Öko­nom der OECD, hängt zwar brav dem ubi­qui­tä­ren Wachs­tums­pa­ra­do­xon an...

Sicher­lich müs­sen alle Regie­run­gen wie­der Wachs­tum schaf­fen. Denn Wachs­tum ist die Grund­lage für Beschäf­ti­gung und dafür, diese rie­sige Ver­schul­dung zu über­win­den.

…macht aber einen ande­ren Punkt, über den sich zu dis­ku­tie­ren lohnt:

…die aktu­elle öko­no­mi­sche und glo­bale Krise ist eigent­lich eine Füh­rungs­krise. Ein Bei­spiel: Alle sind besorgt dar­über, wie die Finanz­märkte mor­gen auf Regie­rungs­be­schlüsse reagie­ren wer­den. Und dies führt zu der Ansicht, Märkte seien mäch­tige Mecha­nis­men. Aber Märkte sind keine mäch­ti­gen Mecha­nis­men, son­dern von Angst getrie­bene Mecha­nis­men. Sie ver­lan­gen nach Füh­rung. Sie ver­lan­gen nach poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern, die ihnen die Rich­tung vor­ge­ben. Und in der jet­zi­gen Situa­tion muss die Welt wis­sen, in wel­che Rich­tung sie steu­ern will.

Nur durch eine adäquate Füh­rung funk­tio­nie­ren die Märkte auf ihre beste Weise. […] wenn ihnen nie­mand die Rich­tung vor­gibt, dann wer­den sie sich von ihrer schlimms­ten Seite zei­gen.

Las­sen sich Märkte im gegen­wär­ti­gen Kapi­ta­lis­mus wirk­lich von der Poli­tik beein­flus­sen oder gar steu­ern? Natür­lich sind ein­zelne Staa­ten­len­ker oder die Regie­run­gen klei­ner Volks­wirt­schaf­ten ohne­hin voll­kom­men macht­los. Daher das Man­tra von der „Welt­ge­mein­schaft“. Daher die große Medi­en­wirk­sam­keit infor­mel­ler Gesprächs­fo­ren wie dem Welt­wirt­schafts­fo­rum in Davos. Aber ist es nicht eine Illu­sion zu glau­ben, kon­zer­tierte Aktio­nen von mäch­ti­gen Wirt­schafts­na­tio­nen könn­ten dem unge­zähm­ten Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus die Leine anle­gen, den Tiger rei­ten?

Für Prof. Dr. Tania Sin­ger, Direk­to­rin der Abtei­lung Soziale Neu­ro­wis­sen­schaft am Leip­zi­ger Max-Planck-Insti­tut für Kogni­ti­ons- und Neu­ro­wis­sen­schaf­ten, ist klar, dass Altru­is­mus und Mit­ge­fühl schon längst in die Wirt­schaft gehö­ren. Als Beleg nennt sie eine Reihe von neu­ro­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen und For­schungs­er­geb­nis­sen, dar­un­ter zur Empa­thie, zum Phä­no­men der Spie­gel­neu­ro­nen und zum Erfolg von Medi­ta­ti­ons- und men­ta­len Trai­nings­tech­ni­ken. Sin­ger plä­diert auf Basis des kogni­ti­ons­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­stan­des für eine Syn­these der Vor­stel­lun­gen von Makro­öko­no­men – nach denen gesell­schaft­li­che Ver­än­de­rung durch insti­tu­tio­nelle Ver­än­de­run­gen erreicht wird – und jenen von Psy­cho­lo­gen – nach denen jeder Wan­del beim ein­zel­nen Indi­vi­duum beginnt.

Kön­nen wir […] die Befunde von Psy­cho­lo­gie und Neu­ro­wis­sen­schaf­ten nut­zen […], um das Bild vom Homo oeco­no­mi­cus – was ein rela­tiv ver­al­te­tes Bild ist – zu revi­die­ren […] und es dann aber auch zu nut­zen, um zu gucken, ob man Wirt­schafts­mo­delle inso­fern ver­än­dern kann, dass das Haupt­ziel von Wirt­schafts­sys­te­men die Sorge um die Welt wird.

Gestresster Manager im Retreat beim Atmen

Gestress­ter Mana­ger im Retreat beim Atmen

Der Aus­stieg aus dem Hams­ter­rad allein jedoch hilft nur – und das macht der Film auf ver­steckte Weise, viel­leicht sogar unab­sicht­lich deut­lich – den Indi­vi­duen, die ihn sich leis­ten kön­nen. Den kon­ver­tier­ten ehe­ma­li­gen Invest­ment­ban­kern, die das Start­ka­pi­tal für einen Berg­gast­hof in üppi­ger Alpen­land­schaft auf­brin­gen kön­nen. Den Füh­rungs­kräf­ten, die äußer­lich wie inner­lich ihr Busi­ness­hemd mit der bud­dhis­ti­schen Mala kom­bi­nie­ren. Den­je­ni­gen, die mit dem Fir­men­wa­gen zum Retreat ins Bene­dik­ti­ner­klos­ter fah­ren. All das erzeugt schöne Bil­der davon, wie ver­meint­lich gesell­schaft­li­cher „Wan­del“ und „Sorge um die Welt“ ent­steht.

Doch tut er das? Die im Dunk­len sieht der Film nicht und zeigt sie auch nicht. Hier lau­ert die Falle eines sich über den Umweg der Psy­cho-Rei­ni­gung selbst ver­stär­ken­den kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems, das die Ursa­chen sei­ner Krank­heit – seine öko­lo­gisch und psy­cho­lo­gisch frag­wür­dige Ratio­na­li­tät – bloß ver­drängt und nicht heilt. Diese Falle wird von eini­gen Prot­ago­nis­ten des Films zwar benannt:

Wie stellt man sicher, dass diese Medi­ta­tio­nen nicht falsch benutzt wer­den? Dass man die kon­tem­pla­ti­ven Übun­gen nicht für ein grund­sätz­lich pro­ble­ma­ti­sches und manch­mal zutiefst besorg­nis­er­re­gen­des Wirt­schafts­mo­dell ein­spannt? Ich glaube, dass wir das Wirt­schafts­mo­dell ändern müs­sen, d.h. unser Ver­ständ­nis davon, was es heißt, einen öko­no­mi­schen Nut­zen für­ein­an­der zu haben.

Der Spur folgt der Film aller­dings nicht und unter­bie­tet die geweck­ten Erwar­tun­gen durch eso­te­ri­sche Belie­big­keit und „Mana­ger­sprech“. Das klingt etwa so:

Ange­mes­sen wirt­schaft­lich zu arbei­ten bedeu­tet mei­ner Ansicht nach, dass öko­no­mi­sche Trans­ak­tio­nen von gegen­sei­ti­ger Für­sorge geprägt sind. Es geht also nicht um den Ver­such, den jeweils ande­ren aus­zu­nut­zen, son­dern um einen für­sorg­li­chen Umgang mit­ein­an­der, ob als Her­stel­ler eines Pro­dukts oder als Dienst­leis­ter. Wir müs­sen essen, wir brau­chen einen Platz, wo wir schla­fen und wo wir leben kön­nen. Kön­nen wir das denn nicht auf eine geschwis­ter­li­che Art und Weise tun?

…ich denke, es ist auch an der Zeit, dass sich Dinge ver­än­dern und dass in Wirt­schaft und Gesell­schaft das hier­ar­chi­sche Den­ken über­wun­den wird, und dass man mehr dazu kommt, Bewusst­sein zu bil­den, dia­lo­gisch mit­ein­an­der umzu­ge­hen und im Kon­sens die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen statt ein­same hoch­herr­schaft­li­che hier­ar­chi­sche Ent­schei­dun­gen.

Das heißt für mich dann wie­derum als Gebiets­ver­ant­wort­li­cher auch ganz bewusst dar­auf zu schauen – neben allen Kenn­zah­len, die wir haben, und wo es ja auch darum geht, etwas zu errei­chen und auch finan­zi­elle Anfor­de­run­gen zu haben – dann auch zu sehen: Wo steht der Mensch gerade und wie kann der sich viel­leicht mal her­aus­neh­men […] und nicht immer pro­duk­ti­ver, immer pro­duk­ti­ver abar­bei­ten…?

Für einen wirk­li­chen gesell­schaft­li­chen Wan­del bedarf es aber ganz sicher wei­te­rer Anstren­gun­gen als nur eines Bewusst­seins­wan­dels im mitt­le­ren Manage­ment und eines huma­ne­ren Umgangs mit Ange­stell­ten. Es bedarf vie­ler Anstren­gun­gen insti­tu­tio­nel­ler und glo­ba­ler Natur, die an den Grund­fes­ten eines fra­gil-dyna­mi­schen und ent­glei­sen­den, wie­wohl jahr­hun­der­te­al­ten und gelähm­ten Wirt­schafts­sys­tems rüt­teln. Die gro­ßen Fra­gen wer­den vom Film zwar ange­ris­sen, dann aber ver­lau­fen sich die Fäden im Indi­vi­du­el­len.

dm-Gründer und Milliardär Götz Werner

dm-Grün­der und Mil­li­ar­där Götz Wer­ner

Lei­der bie­tet der Film nur wenig gesell­schaft­li­che Ana­lyse und kaum Stra­te­gien, die nicht dem Arse­nal der all­ge­gen­wär­ti­gen Men­tal-Coa­ches und Füh­rungs­kräfte-Trai­ner ent­stam­men. Das Coa­ching tritt einem hier als neue Kir­che des entfremdeten Leistungssubjekts ent­ge­gen und die Trai­ner als deren post­mo­derne Pries­ter­schaft.

Im Grunde pos­tu­liert der Film frei her­aus, dass sich unser Wirt­schafts­sys­tem nach dem Bei­spiel des dm-Grün­ders Götz Wer­ner von innen her­aus, durch eine ethi­sche Hal­tung und etwas Phi­lo­so­phie, durch das gute Bei­spiel quasi „erleuch­te­ter“ Füh­rungs­kräfte, refor­mie­ren lässt. Ob dies aber tat­säch­lich gelin­gen kann, wel­che enor­men Wider­stände einem sol­chen uto­pi­schen Pro­jekt ent­ge­gen­ste­hen, the­ma­ti­siert der Film kaum.

Ten­zin Gyatso (gebür­tig Lhamo Dön­d­rub, * 6. Juli 1935 in Takt­ser, Pro­vinz Amdo, Ost­ti­bet), der 14. Dalai Lama.

Etwas ärger­lich und beson­ders auf­fäl­lig ist das Ver­har­ren in einem strikt abend­län­di­schen Dis­kurs. Die Lamas in Dha­ram­sala wer­den zwar gezeigt, kom­men aber nicht zu Wort. Dafür die west­li­chen Pro­fes­so­ren und Dok­to­ren, natür­lich ver­diente wie Jon Kabat-Zinn. Es sind aber die­je­ni­gen, die fern­öst­li­che reli­giöse Weis­heit in abend­län­disch-athe­is­ti­sche Hap­pen zer­tei­len und sie den gestress­ten Leis­tungs­sub­jek­ten ser­vie­ren – natür­lich gegen Hono­rar, das von den Fir­men bezahlt wird. Ein Geschäfts­mo­dell, das auf der Psy­cho-Politk der Kon­zerne beruht – kann das die Lösung sein?

Ein brei­te­rer wis­sen­schaft­li­cher Ansatz und ein tie­fe­rer Ein­stieg in The­men wie Bud­dhis­mus, Zen und Medi­ta­tion einer­seits, in die kon­kre­ten Mecha­nis­men und Stra­te­gien des Übergangs vom Lebensmodell des Habens zum Lebensmodell des Seins ande­rer­seits hät­ten dem Film gut­ge­tan. Dann würde viel­leicht noch deut­li­cher, wie die Ver­hal­tens­än­de­run­gen ein­zel­ner Indi­vi­duen mit einer doch ziem­lich erstarr­ten und in alten Mus­tern gefan­ge­nen Gesell­schaft wech­sel­wir­ken und vor allem, wo die Gren­zen aller sys­tem­kon­for­men Ansätze lie­gen.

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